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  • AutorenbildBarbara Becker

Die dunkle Seite von Social Media: Tierquälerei in viralen Videos



Zwei kleine Affen, die sich Umarmen.

Ich habe gestern vor dem Schlafengehen eine Dokumentation gesehen, die mich derart erschüttert hat, dass sie mich sogar in meinen Träumen begleitet hat. Heute Morgen musste ich gleich diese Zeilen schreiben, weil ich es als wichtig empfinde, über dieses Thema zu sprechen. Es geht hier um Tierschutz – und nein, nicht um deine Ernährung, sondern um Tierschutz in den sozialen Medien. Achtung, absolute Triggerwarnung. Solltest du auf das Thema sensibel reagieren, ist dieser Artikel vielleicht nicht das Richtige für dich.

In der Dokumentation wird gezeigt, dass Videos, die Tierleid zeigen, im Netz weltweit viral gehen. Sie werden oft auch negativ kommentiert, weitergeleitet, ja, manchmal verbünden sich sogar Menschen im Netz und suchen die Tierquäler*innen auf. Aber ist das der richtige Umgang damit? Wie gut ist hier Selbstjustiz?


Misshandlungen, psychische Gewalt, Wildtiere als Unterhaltungskünstler oder auch initiierte Rettungsvideos. Sprich, Tiere werden absichtlich in eine Notlage gebracht, nur um sie anschließend zu retten. Ein ganz besorgniserregender Trend sind derzeit Affenvideos. Sie werden gebadet und verkleidet, schlimm genug. Es gibt aber auch Affenvideos, die sehr brutal sind. Es gibt richtige Affenhasser*innen im Netz, sie tauschen sich aus und laden die Videos unter dem versteckten Codenamen "Treerat" (englisch für Baumratte)* hoch. Auf den Videos ist zu sehen, wie Babyaffen so lange geschlagen werden, bis sie sterben. In den Kommentaren nur Applaus: „Bravo, ich habe jede Sekunde geliebt“,

„Er stirbt zu langsam“.

Auf einem weiteren Video ist ein Babyaffe mit zusammengebundenen Händen und Füßen, beschmiert mit einer klebrigen Masse zu sehen. Der Affe wird erst mit den Beinen, dann mit den Armen in einen Topf mit kochendem Fett gehalten. Er wird bei lebendigem Leib frittiert. Wer schaut sich das denn bitte freiwillig an? Einige, zu viele! Oft sind es ganz unauffällige Menschen. Menschen, die sich in den Medien als nette Bilderbuchfamilie mit Hund und Kind darstellen.


Diese Videos gehen aber auch deshalb viral, weil sie auch von Menschen kommentiert werden, die ihre Trauer, Wut und Fassungslosigkeit ausdrücken wollen. Das Problem hierbei ist, dass jeder Kommentar, jedes Teilen, jedes Weiterleiten, egal ob positiv oder negativ, mit guter Absicht oder aber auch mit schlechter, vom Algorithmus gepusht wird. Dieser bewertet die Absicht, die dahinter steht, nicht und die Macher*innen der Videos bekommen so noch mehr Aufmerksamkeit.


Was also sonst tun? Wegschauen?

Die Affenvideos werden meistens in Südostasien produziert. Da ist das Einzige, was man tun kann, diese Videos direkt zu melden und zu hoffen, dass sie zeitnah gelöscht werden. Anders sieht es aus, wenn die Videos in Deutschland produziert sind. Und glaube mir, davon gibt es leider ebenfalls genug. Ein Trend war mal zu filmen, wie man Tiere tottrampelt. Es begann mit Käfern und endete mit Katzenbabys und Hundewelpen. Aber auch die Vermenschlichung von Tieren, sie zu kleiden, schminken und alles, was nicht einer artgerechten Tierhaltung entspricht, ist alles andere als einen Like wert. Diese Videos kannst du ebenfalls über Social Media melden und, im Gegensatz zu im Ausland produzierten Videos, zudem das Veterinäramt informieren. Sie bekommen täglich Anzeigen und gehen wirklich allen nach. Ein Beispiel dazu hat sich neulich in Berlin zugetragen. Ein Kunde wollte bei einer Supermarktkette in Berlin Eier kaufen und bemerkte, dass dort neben dem Karton tote Mäusebabys lagen. Er filmte es, stellte es ins Netz und das Video ging viral. Es wurde tausendmal geteilt und selbst die Tageszeitungen berichteten darüber. Das Veterinäramt hat im Anschluss mehrere Anzeigen dazu erhalten.


Du kannst auch das Veterinäramt verständigen, wenn du bemerkst, dass in deinem Umfeld jemand Tiere nicht artgerecht hält. Zum Beispiel, wenn du aus der Nachbarwohnung Urin- oder Kotgerüche regelmäßig oder dauerhaft bemerkst. Oder du siehst, dass deine Freundin plötzlich 20 Katzen in ihrer 2-Zimmer-Wohnung hält. Sobald du irgendwie das Gefühl hast, hier stimmt etwas nicht, kannst du dich an das Veterinäramt wenden.

Schau nicht weg, sondern hilf den Tieren, sie können sich leider nicht selbst wehren.



Hier findest du übrigens die Dokumentation, die mich so beschäftigte und immer noch beschäftigt.



*Bitte suche nach dem Lesen dieses Artikels nicht nach den Videos, außer um sie sofort zu melden.





Die dunkle Seite von Social Media: Tierquälerei in viralen Videos

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