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  • AutorenbildBarbara Becker

Entdecke Albert Einsteins Erbe in Princeton: Eine Reise durch die Spuren des Genies



Porträt von Albert Einstein

Kaum hatte ich meinen Koffer abgegeben, saß ich schon im Flugzeug. Neun Stunden Flug – zum Glück ein Direktflug. Ich nahm in der Businessklasse Platz. Zum ersten Mal. Zugegeben, hier hat man definitiv mehr Platz. Das Essen ist etwas besser als in der Holzklasse und die Schlafmaske ist gefüttert. Nach der Landung nahm ich mir ein Taxi und sah sie zum ersten Mal: beeindruckend, die Skyline der Stadt, ein Wolkenkratzer reihte sich an den nächsten. Vor dem Hotel gab ich dem Fahrer ein Trinkgeld und drückte ihm zwei grüne Scheine in die Hand. Ich schaute mich um und grinste.

"Ich war noch niemals in New York? Das kann ich jetzt wohl nicht mehr behaupten!"

Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, machte ich mich gleich auf. Als erstes musste ich mich tatsächlich an die hohen Gebäude gewöhnen. Es fühlte sich im ersten Moment so an, als würden sie einen erdrücken. Es ist laut hier, sehr viele Menschen und viel Verkehr. "Kein Vergleich zu Berlin!", dachte ich mir. Hungrig schaute ich mich nach einem kleinen Snack um und landete bei Pommes, da es nahezu unmöglich war, etwas anderes Vegetarisches zu bekommen. Müde vom Jetlag mit einem Zeitunterschied von 6 Stunden ging ich entlang der dampfenden Gullideckel zurück in mein Hotel. Ich verbrachte einige Tage hier in New York, um die Stadt zu erkunden, aber mein eigentliches Ziel war etwas anderes.


Gemeinsam mit einem Freund, der Astrophysiker und Professor an der LMU in München ist, wollten wir das Institute for Advanced Study (IAS) in Princeton, New Jersey, besuchen. Kennst du dieses Institut? Es war nun auch im Film "Oppenheimer" zu sehen, der sieben Oscars gewann. Jetzt eine Idee?


Das im Jahre 1930 gegründete Institute for Advanced Study (IAS) ist eine renommierte Forschungseinrichtung, die sich auf theoretische Mathematik und Physik spezialisiert hat. Aber was bedeutet das genau? Das wollte ich herausfinden. Also fuhren wir mit dem Mietwagen von Manhattan nach Princeton. Das große Empfangshaus aus Backsteinen besticht durch seine imposante Fassade mit großen Fenstern und einem Turm, der hoch aufragend und mit einer Uhr versehen ist. Diese Merkmale verleihen dem Gebäude nicht nur eine robuste Eleganz, sondern auch eine markante Präsenz und dienen als Landmarken, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.


"Wie oft ist er hier wohl schon lang gefahren?",

fragte ich mich. Ein sehr netter Mann empfing uns. Er gab uns unsere Zimmerschlüssel und einen Plan. "Sie kennen sich hier wahrscheinlich noch bestens aus?", wollte der Herr von meinem Freund wissen. Er verbrachte selbst einige Zeit hier, um an seiner Arbeit zu forschen. Ich bekam eine Karte, auf der das gesamte Grundstück und alle Gebäude zu sehen waren: Wohnhäuser, Cafeterien, Forschungszentren, Bürogebäude, ein See und viel Grün. "Kommen Sie zum 4 Uhr Tee? Es ist eine Tradition hier! Dort kommen alle Forscher zusammen und tauschen sich aus", fragte der Herr mich. Ich nickte und ging. Mein erster Eindruck: Es ist friedlich hier. So ruhig. Die Sonne schien, das Klima war sehr angenehm, um die 20 Grad, und das Anfang November. Die Blätter der Bäume golden. Ich ging über eine Wiese. Rechts und links waren Wohnhäuser. Praktisch, klein, funktional, aber trotzdem charmant. In meiner Wohnung angekommen, musste ich über die sehr pragmatische Einrichtung aus Holz schmunzeln und war gleichzeitig begeistert von den bodentiefen Fenstern, die viel Licht hereinließen und einem das Gefühl gaben, auf der Wiese zu stehen. Dekoration? Fehlanzeige! Das würde einen zu sehr ablenken. "Ob er auch schon mal hier war?", fragte ich mich.


Teatime: Einige Menschen versammelten sich im Hauptgebäude und auf der großen Terrasse davor, tranken Tee oder Kaffee und aßen Kekse. Sie waren in ihre Gespräche vertieft und diskutierten.

„So viel IQ auf einem Haufen“

dachte ich mir. Ich sah meinen Freund, er stellte mir ein Trio aus zwei Herren und einer Dame vor, die ebenfalls aus Deutschland waren. "Wenn ihr möchtet, können wir nun zu seinem Haus fahren?", fragte uns der nette Mann von der Begrüßung.


Wir nahmen das Auto und fuhren in die Stadt Princeton, die trotz ihrer weltweiten Bekanntheit ihren Kleinstadtcharme bewahrt. Wir hielten vor einem Haus. Das musste es sein! Das weiße Haus mit seiner Veranda strahlte amerikanischen Charme aus. Die dunklen Fensterläden bildeten einen kontrastreichen Akzent. Ein kleines Tor führte zu einem gepflegten Vorgarten, der von üppigem Grün umgeben war. Die Veranda erstreckte sich entlang der Vorderseite des Hauses und bot einen einladenden Ort zum Entspannen. Das Haus war zeitlos elegant und hatte einen Hauch von Nostalgie, der das Bild einer idyllischen amerikanischen Wohnkultur vervollständigte. "Hier ist also sein Haus!", sagte ich zu meinem Freund. Wir standen im Vorgarten von Albert Einstein.


In Princeton verbrachte Albert Einstein die letzten Jahre seines Lebens, bis er am 18. April 1955 verstarb. Einen Hauptgrund für seinen Umzug in die USA war die Flucht vor den Nazis, da Einstein selber Jude war. Er widmete sich in Princeton verschiedenen Aktivitäten. Als Professor am Institute for Advanced Study setzte er seine Arbeit in der theoretischen Physik fort und suchte insbesondere nach einer einheitlichen Feldtheorie, die Gravitation und Elektromagnetismus vereinen sollte. Trotz der fehlenden Lehrverpflichtungen pflegte Einstein den Kontakt zu Student*innen und Wissenschaftler*innen an der Princeton University und nahm gelegentlich an akademischen Diskussionen teil. Darüber hinaus engagierte er sich weiterhin öffentlich für Wissenschaft und Frieden, indem er Vorträge hielt, Interviews gab und sich in politischen und sozialen Fragen einsetzte. Sein Wirken in Princeton ging über seine wissenschaftliche Arbeit hinaus und machte ihn zu einer inspirierenden Persönlichkeit, die die Bedeutung von Wissenschaft und intellektuellem Austausch betonte.


Wir durften das Haus von innen besichtigen. Das ist leider nicht für jeden zugänglich, da das Haus dem IAS gehört. Zurzeit ist es unbewohnt, steht leer und man weiß nicht so ganz, was man damit anfangen möchte, erklärte man mir. Ein großes Haus mit einem tollen Garten mit vielen Bäumen. In seinem Büro gibt es ein Fenster, vor dem ein dunkelbrauner Holzschreibtisch steht, mit Blick in den Garten. „Der perfekte Ort, um großartige Ideen zu entwickeln“, sagte ich zu meinem Freund und nahm auf Albert Einsteins Bürostuhl Platz.


Am nächsten Morgen wachte ich entspannt auf und hatte etwas Zeit, das Gelände zu erkunden, bevor es zu einem Vortrag über Exoplaneten ging. Der Park ist schön mit seinem See, aber eigentlich nichts Besonderes, trotzdem hatte man ein friedliches Gefühl dort. Ich konnte mir richtig vorstellen, hier ein paar Wochen zu verbringen, um einfach nur zu schreiben und mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Genau das soll dieser Ort auch bewirken. Er soll einem helfen, seinen Fokus auf die Wissenschaft zu lenken.


Der Vortrag war gut besucht und informativ. Glaube ich zumindest. Um ehrlich zu sein, habe ich kein Wort verstanden, und das, obwohl ich mich mit Astrophysik eigentlich gut auskenne. Er fand in einem neuen, modernen Gebäude statt, dessen Innenwände aus Tafeln bestanden. So kann jeder, der einen Geistesblitz hat, seine Idee direkt an die Wand schreiben, und so geht der Gedanke nicht verloren.

„Verrückt und genial zu gleich“, dachte ich.

Das Institute for Advanced Study ist ein hervorragender Ort zum Arbeiten. Auch wenn es ein Privileg ist, hier arbeiten zu dürfen. Neben Einstein haben hier unter anderem John von Neumann, J. Robert Oppenheimer und Freeman Dyson gearbeitet. Das IAS hat eine lange Liste von Nobelpreisträger*innen und bedeutenden Wissenschaftler*innen hervorgebracht, die dort gearbeitet haben oder noch arbeiten. Diese haben hier die Freiheit, ihre Forschung nach ihren eigenen Interessen und Neigungen zu verfolgen, ohne sich um Lehrverpflichtungen oder finanzielle Einschränkungen kümmern zu müssen.


Mir kam es etwas wie ein Kloster für Wissenschaftler*innen vor. Ein wundervoller Ort. Ich bin froh, dass ich hier Zeit verbringen durfte und gespannt darauf, welche weiteren hervorragenden Ideen sich dort noch entwickeln werden.







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